Heute auf den Tag, fast auf die Stunde genau bin ich also seit vier Wochen in Belgien. Vier Wochen sind achtundzwanzig Tage, sechshundertzweiundsiebzig Stunden, vierzigtausenddreihundertzwanzig Minuten und so weiter. Mehr oder weniger genau so lange liegt es also zurück, dass ich mein Abenteuer Au-Pair-Jahr begonnen habe. Doch wieso eigentlich? Nicht nur, um die Grundkenntnisse des Schulfranzösisch zu verbessern. Nicht nur, um einfach mal eine Zeit lang von zu Hause weg zu sein. Nicht nur der Kinder wegen. Und auch nicht nur, weil ich noch nicht genau weiß, was ich später studieren und – noch wichtiger – einmal werden möchte. Nein, vor allem, um wichtige Erfahrungen zu sammeln, neue Menschen kennenzulernen, in eine andere Kultur hineinzuschnuppern, kleine Abenteuer zu erleben, mir eine Auszeit zwischen Schul- und Studienstress zu gönnen, mich selbst weiterzuentwickeln. Denn jetzt sind Zuhause, Mama und Papa, Gewohnheiten und Freunde dreihundert Kilometer oder drei Stunden entfernt, auf direktem Wege über zwei Landesgrenzen hinweg.
Ist es so, wie man es sich vorgestellt hat? Natürlich nicht. Es ist anders, aber trotzdem nicht schlecht; es gefällt mir. Selbstverständlich kommt man mit bestimmten Wünschen und Erwartungen. Wurden diese erfüllt? Ja und nein. Es treten unerwartete Problemchen auf, aber sie sind zu lösen. Man tut sein Bestes. Aber genauso gibt es auch unerwartet schöne Momente, die die Erwartungen übertreffen. Ich finde, ich meistere die Herausforderungen gut.
Vier Wochen sind Halbzeit. Es geht mir gut. Ich bereue meinen Entschluss keine Minute. Aber ihr fehlt mir.




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