Schlag auf Schlag gibt’s jetzt schon den nächsten Zwischenbericht (Kowaaalskiiii!), aber besser früher als zu spät, wenn Laura Superbrain schon wieder alles vergessen hat.
Gestern war dann also endlich wieder so weit: mein freier Tag. Und wie könnte ich den besser nutzen als mit kleinen Erkundungen Belgiens? Also: für das schöne Wetter rüsten, Go Pass, Lunchpaket und was man sonst so benötigt, einpacken und auf zum Bahnhof Wavre. Dort in den Regionalzug bis Louvain/Leuven, sich in sieben Minuten auf dem etwas größeren Bahnhof dort orientieren, und dann im überfüllten IC über Brüssel, Gent und Brügge nach Ostende einen der letzten Sitzplätze ergattern. Nach insgesamt zwei Stunden Fahrt erreichte ich dann endlich mein Ziel: Brügge, die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt mit etwa 120.000 Einwohnern, im Norden Belgiens in der Provinz Westflandern gelegen.
Zunächst musste ich mir ja etwas Überblick verschaffen, und wie man das eben so lernt, wenn man auf Lehrfahrt vom Tutor in einer wildfremden Stadt ausgesetzt wird, führt der erste Weg entlang der grünen Schildchen zum Tourismusbüro, um sich für zwei Euro einen netten kleinen Reiseführer zu besorgen, der die wichtigsten Infos enthält und davor bewahrt, sich all zu schnell und ohne Hilfe auf baldige Rettung zu verlaufen. So perfekt ausgestattet für den Tag in der fremden Stadt konnte die Erkundungstour anhand eines im Reiseführer vorgeschlagenen Stadtspaziergangs beginnen!
Gestartet an der Konzerthalle ging’s vorbei an einem netten Brunnen, mehreren Kirchen, dem wunderschönen Grote Markt, dem Burgplatz und alten Rathaus, noch mehr Kirchen, dem Fischmarkt und so weiter bis hin zum Kongresszentrum; und immer durch die wunderschönen engen Gässchen, vorbei an mittelalterlichen, gotischen barocken Hausfassaden, über die kleinen Brücken über die Grachten.. Nicht umsonst wird Brügge auch das „Venedig des Nordens“ genannt.
Eigentlich hatte ich mir ja überlegt, eventuell noch sechzehn Minuten mit dem Zug weiterzufahren zum Strand und Hafen Brügges, doch die traumhafte Innenstadt faszinierte mich dermaßen und gefiel mir so außerordentlich, dass ich das Städtchen einfach noch nicht verlassen wollte. So erklärt sich auch, dass die Wahl der letzten Aktivität nicht auf das Schokoladen- oder Diamantenmuseum, sondern auf eine dreißigminütige Bootsfahrt über die Grachten der Brügger Innenstadt fiel. Sehr schön war das, konnte man so alles noch einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten, vom Wasser aus eben. Dazu gab’s vom Skipper noch einige interessante historische Fakten, Erläuterungen und Geschichtchen in niederländischer, französischer und englischer Sprache.
Jetzt hatte ich noch zirka vierzig Minuten, mir ein paar Postkarten zu besorgen, in einem der vierzig Pralinengeschäfte der Hauptstadt der Schokolade etwas Wegzehrung zu erwerben (zehn Pralinen für vier Euro neunzig, aber soooo lecker!), mich dann wieder zurück zum Bahnhof durchzuschlagen und den wieder endlos überfüllten IC Richtung „Heimat“ nicht zu verpassen.
Auch Heimfahrt und Heimweg verliefen wieder super, trotz oder gerade wegen des kleinen Zwischensprints am Leuvener Bahnhof, um noch gerade so den Anschlusszug zu erwischen.
Und obwohl solche Ausflüge dann doch wirklich anstrengend sind, bin ich glücklich, die Möglichkeit dazu zu haben und werde sie auch so oft wie nur möglich nutzen.
Und Brügge, ich sage dir jetzt schon: du hast mich nicht zum letzten Mal gesehen!




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