Sonntag, 2. August 2009

Brüssel... Die Zweite.


Hey, ich bin seit mehr als vier Wochen fünfundzwanzig Kilometer von Brüssel entfernt, und habe DAS Wahrzeichen der Stadt bis jetzt nur vom Zug aus gesehen. Kann ja nicht sein, oder? Aaalso.. auf zum Atomium!

Schon auf dem Hinweg griffen die Instinkte. Denn neben wen setzt man sich im IC? Richtig, neben einen Deutschen und seinen belgischen Freund! Hauptsache zuerst auch Französisch über den Bahnhof diskutieren und dann, als ich den Reiseführer auspacke: „Ach, hätten wir auch gleich Deutsch reden können…“ Wie so viele (inklusive mir selbst) fanden sie’s schade, dass ich immer überall allein unterwegs bin, und luden mich dann ein, mit ins Kino zu kommen und mir mit ihnen den neuen Harry Potter anzusehen. Den hatte ich ja schon gesehen und außerdem wollte ich zum Atomium, von daher dankend abgelehnt, aber freundlich, nicht?

Dank des unübersichtlichen U-Bahn-Planes im Reiseführer fing der Tag dann schon ganz toll an: Ich bin ich am falschen Bahnhof ausgestiegen, durfte mich bis zur nächsten Metrostation durchschlagen („La Métro? Eeeh, non, pardon, je ne sais pas!“), konnte dort feststellen, dass die Linien in Wirklichkeit anders heißen und andere Farben haben (ganz, ganz toll, wenn man so allein ist, keine Überforderung und so), musste den aufdringlichen Typen abwimmeln, der vom Alter her locker mein Vater hätte sein können ("Nein, ich gebe Ihnen NICHT meine Nummer, damit Sie mich anrufen können, wenn Sie in der Nähe sind, argh!" - mal ganz davon abgesehen, dass ich, seit ich mit Nikol "Taken" geschaut habe, in der Sache doch etwas aufpasse), habe es aber letztendlich doch zur Station Heysel geschafft – und voilà das Atomium! Es sieht wirklich schön aus, weshalb ich mich dann, als Studentin getarnt, auch dazu entschlossen habe, es für sechs Euro zu besichtigen. Also, wenn man das nicht macht, hat man auch ncihts verpasst, muss ich sagen. Die Aussicht über die Stadt ist schön und in den Kugeln befinden sich ein Restaurant, eine Snackbar und zwei Ausstellungen – eine über die Expo 1958 und eine über das Atomium in diversen Comicbildern. Nach den obligatorischen zahlreichen Touristenfotos ging’s dann wieder mit der Metro, deren Prinzip ich mittlerweile soweit verstanden hatte, zurück in die Innenstadt. Dort habe ich mir den Palais Royal, den Park davor und wieder ein bisschen die Gässchen angesehen und anschließend den Zug nach Hause genommen, wo nach dem anstrengenden Aufstieg das Abendessen und der beste Schokoladenkuchen der Welt auf mich warteten. Und bald darauf mein Bett.

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