Zuerst die Überlegung: Meer gut und schön, aber wohin? Knokke? Blankenberge? Oostende? Also fix die Zugverbindungen für alle drei raussuchen, und the winner is und Laura goes to Oostende! Dazu musste ich nämlich den gleichen Zug wie nach Brügge (hachjaa…) nehmen, also wieder in Louvain/Leuven/Löwen umsteigen, was - wie ich rausgefunden habe – die Heimatstadt von Milow ist, ihr erinnert euch: „Ayo Technology“. Von dort dann mit dem IC wieder weiter – und ähm – da saß ja schon halb Belgien drin, als ich eingestiegen bin! Konnte ich mal schön bis Brüssel stehen oder mit Hinterteilen in Gesicht auf dem Gang sitzen. Außerdem konnten dort auch schon die ersten Strandwilligen leider nicht mehr einsteigen, weil der Zug restlos gefüllt war. Tja, früher aufstehn, ne?
Bei schönem Wetter nach Oostende an den Strand zu fahren ist irgendwie nicht so der Geheimtipp… Das Praktische daran war dann, dass ich mir um den Weg zum Strand keine Gedanken machen musste, die Devise lautete: einfach den Massen hinterher! Und da war es: das Meer! Die Nordsee! Sandstrand! Wolkenloser Himmel! Achtundzwanzig Grad Celsius! Und Laura mittendrin. Mittendrin in der sonnenbadenden Menge. Von der Menschenanzahl hatte das heute glatt Malle-Feeling, der Strand war teilweise komplett überfüllt. Damit man da sein Handtüchlein wiederfindet, stehen am Strand verteilt Stangen, mit verschiedenen Gegenständen darauf. Ich habe in der Nähe der Banane mein Lager aufgeschlagen – ähm Handtuch hingelegt.
Strandtag ahoi! Von halb zwölf bis drei Uhr im Meer baden, von der Sonne etwas bräunen lassen, Muscheln sammeln, dann langsam wieder aufbrechen, um den Massen etwas voraus zu sein und nicht wieder zwei Stunden im heillos überfüllten IC zu sitzen. Das hat auch alles soweit geklappt, und täderädä, im Zug schlägt mein Briten-Sensor an, denn wo setze ich mich hin? Neben Halbbritisch-Halbbelgisch mit „Sex, Drugs, Sausage Rolls“-T-Shirt, hat mich ein bisschen an die Würstchen-Zeit erinnert. Und weil Zugverspätungen ja so schön sind, darf das bei so einem anständigen Fünfstundenzugfahrtstag ja auch nicht fehlen. Ich steig also noch ganz entspannt in Louvain/Leuven/Löwen aus, Treppe runter, auf einmal Durchsage, irgendwas mit meinem Zug. Ich guck auf die Anzeige: das Ding fährt um 17:33 Uhr ab, guck auf die Uhr: 17:31 Uhr. Ooooh, das ist definitiv NICHT gut..! Da haben sie mich aber rennen sehen, die Belgier. Aber ich hab’s ja sogar noch rechtzeitig geschafft und schnell den Unterschied IC-mit-Klimaanlage und Regionalbahn-ohne-Klimaanlage gespürt. Dann noch den Berg nach Hause bezwingen und meine Beziehung zu Dornsträuchern intensivieren, unter die Dusche, um Schweeeeiß und Sand endlich abzuwaschen, essen, Rosé trinken, das hier schreiben, und jetzt ins Bett, ich bin so was von La-Le-Lu, Alter!




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