Als Einstimmung auf diese wunderbaren Ereignisse sollte vielleicht der Müllmann erwähnt werden. Ich wache morgens von Hot Chips schwer ignorierbarem "Do it, do it, do it, do it, do it, do it, do it now" auf, quäle mich aus dem Bett, höre draußen das Müllauto lärmlärmlärmlärm - kurz Ruhe - und dann den Müllmann "Noooooooon, rien de rien. Noooooooon, je ne regrette rien!" Das nenn ich mal nen Start in den Tag!
Freitag dann ganz, ganz zufällig im KOKO, wo erst Trip eine überschaubare Indieshow auf die Bühne zauberten und dann – wooooooh – die AUDIO BULLYS den Club eroberten. Mann, die zwei Jungens gingen ab. Feine Sache und hat mich wehmütigst ein bisschen an die Blau-Freitage erinnert. Und gab dann auch endlich mal wieder Gelegenheit, ordentlich die Nacht durchzutanzen.
Uuuuund daaaaann… Dienstag. 19 Uhr. London. Camden. Electric Ballroom. Die Türen öffnen sich für das Konzert, auf das wir uns so lange gefreut haben, und wir steigen in Tooting Bec in die U-Bahn Richtung Norden ein. 19.45 Uhr sind wir in Camden. Bis 20.15 Warten auf Nummer Drei. Und dann geht’s rein. Und MATT & KIM fangen an, Schlagzeug und Keyboard zu bearbeiten, als gäb’s kein Morgen mehr. Und so tanzen die ersten Reihen auch schon schön fleißig mit. Ich schlaues Mädchen behalte mir selbstverständlich noch etwas Energie für die Schweden übrig, wäre ja eine Schande anders. Nach ewiger Umbaupause, während welcher wir feststellen konnten, dass englische/schwedische/wasauchimmer Roadies eigentlich genauso aussehen wie die deutschen, gingen die Lichter aus, die Nebelmaschine wurde angeworfen, die ersten Oh-my-Gosh-mein-erstes-Konzert-und-ich-steh-in-der-ersten-Reihe-Mädchen fingen an zu kreischen und los ging’s mit einer energiegeladenen Show vom Allerfeinsten. Und obwohl sie ja noch jung sind, aber alter Schwede, die haben’s drauf. Und vom Publikum wurden sie aufs Ordentlichste gefeiert. Tanzen, Springen, Singen, Schreien, Hüpfen, den Dicken zum Kuhglockeschlagen auf die Bühne holen… einfach Abgehen. So sollte jeder Abend sein, einfach traumhaft. Abgesehen vom Inder, der dank seines Tooting-Radars nicht mehr von unserer Seite wich und sämtliche „Ich hau dich kaputt!“-Versuche als übelste Anmachen missverstanden hat. Nein, nein. Und so jemand fängt Majas Wasserflasche. Aaaber, ich habe The Sounds gesehen… Bitch! (Um es mit Majas Worten auszudrücken.)
Und seit diesem Wochenende bzw. Dienstag gibt es auch eine neue Erkenntnis! Und zwar: London macht mich zur Schwedin! Ha haaaa! Im KOKO zum ersten Mal „Was macht ihr Schwedinnen denn hier?“ und vor THE SOUNDS zum zweiten Mal „Tak!“ – verwirrter Blick – „Sagt man so nicht ‚Danke’ auf Schwedisch?“ Aber hey, Schweden ist toll, also alles kein Problem.
Und nachher geht’s mit den fünf verbleibenden Pfund zum Kaffee an den Park, mal wieder neue Leute kennenlernen, yai.
Noch 22 Tage :)




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