Sonntag, 22. November 2009

Another day is here and I am still alive.


Ohje ohje, mein Sprachkurslehrer – von Simon stets liebevoll Mr Bangladeshi gennant – liebt uns nicht mehr! Oh nein! Katastrophe! Einmal Massenpanik to go, bitte! Zumindest erzählt uns das Roger, während er Mr Bangladeshi vertritt, der sich für ein paar Wochen auf in die Heimat gemacht hat. Aber… nun mal ehrlich… wen interessiert das? Ich mag ihn bzw. seinen Unterricht (oder doch beides?) ja immerhin auch nicht. Genauso wenig wie der Rest des Kurses, weshalb wir – Achtung, gute Neuigkeiten – für den nächsten Term vielleicht einen neuen Lehrer bekommen! Dann könnte man die Kurstage hoffentlich nicht mehr so einfach zwischen guten Peter-Tagen und schlechten Bangladeshi-Tagen unterscheiden. Und wie schön wäre es, wenn wir den guten, alten Roger mit seinen zum Schreien komischen Geschichten behalten könnten und er nicht schon so halb im Ruhestand wäre! Da wird die Polin zur Massenmörderin, die Türkin findet sich in einer Beziehung mit Tayfun wieder und ich darf meinem Klausi Gedichte vorlesen! Und die Streberrussin kriegt auch mal was ab, haha! Was bezüglich des Sprachkurses auch höchst amüsant ist: Zuerst wollten sie mich in den „Upper Intermediate“ Kurs stecken, auf meinen Protest hin wurde es dann doch „Advanced“ und nachdem Peter jetzt zwei schriftliche Hausarbeiten gelesen hat, meinte er, ich wäre im „Proficiency“ Kurs besser aufgehoben! Haha, tolle Organisation wie immer. Aber wie auch immer, ich bleibe „Advanced“, der andere passt von den Arbeitszeiten (ha, ich hab Arbeitszeiten!) nicht.
Aber meine Deutsch-Englisch-Dienste werden auch hier im Hause sehr geschätzt! Letzten Freitag hatten wir mal wieder Besuch von einem Freund der Familie. Ich hab freitags ja auch Schule und hatte noch ganze fünf Minuten, bevor ich eigentlich los musste. Da war ich mich also gerade so im Bad am fertig machen, auf einmal: „Lauraa! Lauraaaaa!“ – „Ja?“ – „Also du kommst ja aus Deutschland, oder? Dein Englisch ist ja super, aber du sprichst doch bestimmt auch Deutsch, ja?“ – „Jaaaa?“ – „Ich hab hier nämlich grad ne deutsche Email bekommen… und ich versteh gar nix! Könntest du mir die grad übersetzen?“ – „Klar! […]“ – „Könntest du mir denn auch noch grad ne Antwort aufschreiben, die ich ihm zurücksenden kann?“ – „Ja, kein Problem.“ – „Oh, super, ich dacht nämlich grad 'Ooooh Mist’, aber dann fiel mir ein 'Heeey, Laura ist doch Deutsche, da hätte die Email mich nicht besser erreichen können!“ Das war dann meine gute Tat für diesen Tag!
Uuuund daaaaann, Ladies and Gentlemen…! Der Tag, auf den wir alle gewartet haben… Samstag, der 21. November 2009… Winter Wonderland // German Christmas Market im Hyde Park! Wuhuuu! Am Eingang begrüßt schon ein deutsche Weihnachtslieder singender Elch, der vorausschauend warnt „Mein junger Freund! Trink nicht so viel Feuerzangenbowle!“ Und dann… fast wie zu Hause! Schwenkgrill, Brezeln, Bratwurst, Steak mit Sauerkraut im Brötchen (!!), Glühwein, Kakao mit Schuss, echte „German Frenchfries“, Livemusik mit „Einen Stern, der deinen Namen trägt!“ und so weiter und so fort. Mann, das war toll! Das einzig Englische war das Wetter. Morgens schien die Sonne und es war mir unmöglich, meine Winterjacke anzulassen, und mittags und abends und sowieso regnet’s in Strömen. Aber dann gab’s zum Tagesabschluss und eben wetterbedingt auch noch die volle Ladung Weihnachten, und zwar „A Christmas Carol“ in 3D am Leicester Square. Ein toller Tag.
Und, das Beste – jetzt sind es heute bloß noch sechsundzwanzig Tage, bis der Flieger nach Hause abhebt, also noch zwei Tage, bis ich den noch zu kaufenden Adventskalender bis zum Abflug starten kann – und nur noch zwei Tage bis zum THE SOUNDS Konzert. Ich mag London.
Unter anderem auch wegen Situationen wie der folgenden. Da läufst du nichtsahnend von der Schule nach Hause. Auf einmal kommt dir ein Schwarzer entgegen – nein, das ist nicht das Aufregende, wir sind ja multikulturell – aber dann! Da sagt der doch tatsächlich mit so 'nem Riesengrinsen im Gesicht „Ooooh! You should be the police woman and I should bet he criminal!“
Dazu passt selbstverständlich auch ganz prima eine andere Geschichte. Wir stehen in Elephant & Castle und warten auf den Bus, da schleicht dauernd so ein Typ um uns rum. War ja klar, dass der gleich noch rüberkommt. Irgendwann hatte er dazu dann wohl den Mut gefasst, kommt beherzt näher und nuschelt „Afdjfhg SFjkhggljhb Playboy TKHghjkljlkjlk“ – „Hm?“ - Wieder genau das gleiche. – „What?!“ – „I’m a Playboy. Do you need me tonight?“ – Lachanfall.
Over and out.

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