Sonntag, 15. November 2009

"Ein Flickenteppich, der Leben heißt.


... und das Gegenteil beweist, von dem, was man ist."

Da ist mir doch letztens etwas passiert. Eines Morgens – schön oder nicht sei dahingestellt, um nicht zu sagen vergessen – wache ich in meinem mit Rosablumenbettwäsche bezogenen, wunderbaren Bett auf. An sich gar nicht mal so ungewöhnlich, werdet ihr denken. Und ich stimme euch voll und ganz zu. Aber dann. Ein tollkühner Blick auf die Handyuhr mit der Hoffnung, noch möglichst lange schlafen zu können. Und was sehe ich? (Nein, diesmal nicht Westlife.) Verdammt, es ist schon OKTOBER! Kerzengerade saß ich in meinem Bett. Es war doch gerade erst Juni! Oder März! Hab ich Abi? Ja. Und danach Belgien. Und dann London. Und da war’s ja schon September. Also doch alles in Ordnung. Aber Kinder, wie die Zeit dahinrast. Wie gesagt: es war doch erst Juni. Oder: gestern um die Zeit war’s schon halb vier.
Und jetzt ist sogar schon November! Und nicht mal Anfang, nein, wir sind schon mittendrin im kalten, windigen, regnerischen Londoner Herbst. Und sogar Weihnachten steht kurz bevor! Seit der Premiere von A Christmas Carol erstrahlen Oxford und Regent Street Tag und Nacht in weihnachtlichem Lichterglanz. Ach. Wie. Schön. Inderviertel Tooting fährt dagegen mit feierlichem Dattelbaumschmuck (oder so) auf. Fast wie zu Hause! Jaa, ich zügele mich.
Und nach fast zweieinhalb Monaten in der Ferne fällt einem natürlich auf, was fehlt. Und das ist gar nicht wenig. Leben in London heißt ein Leben ohne
- Sankt Martin & Zuckerbrezeln
- Impression Musicale (Nur das Beste und ein paar wie immer unvergessliche Tage wünsche ich virtuell aber ehrlich auf diesem Wege. Ihr und der Trubel fehlt mir.)
- Nikolaustag
- eigentlich Currywurst mit Pommes – aber wozu hat man denn an Halloween sturmfrei?
- ordentliche Wärmedämmung, Isolation und Zentralheizung der Häuser, sowie Mischbatterie am Wasserhahn
- das wundervolle deutsche Gesundheitswesen
- und so weiter
- und natürlich euch! Doch dank Internet, Telefon (danke, Oma <3) und Dienstreisen seid ihr mir ja doch nicht so fern.
Aber. Aber. Aber natürlich darf ich hier auch ein Leben MIT genießen! Und zwar
- zur großen Überraschung einem riesigen, deutschen Weihnachtsmarkt ab nächster Woche im Hyde Park
- der Bonfire Night, in der die lieben Engländer überall mit herrlichen Feuerwerken und Strohpuppenverbrennungen Guy Fawkes Versuch, das Parlament zu sprengen, feiern
- der Lord Mayor’s Parade (Herr Maier, haha)
- einem – zwar schwer überschaubarem, aber existenten – Nahverkehrssystem
- kostenlosen Museen und Galerien
- günstigeren CDs und DVDs, sowie Büchern aus dem Charity Shop für nur 50p
- Kinofilmen, die hier natürlich früher laufen, als bei euch zu Hause, ha ha ha! (Aber in der Zukunft dann wirklich sehenswert sind The Scouting Book For Boys, An Education sowie The Men Who Stare At Goats.)
- Gleis 9 ¾ in King’s Cross
- ausverkauften Konzerten, deren Besuch dank 10 Pfund teurererereren Schwarzmarktsitzplatzkarten erst möglich wurde und während welcher man entdeckt, dass man gerade neben dem Papa des Bassisten sitzt
- Schweinegrippe everywhere!
- „Boooooah, ich brauch 'nen Kaffee..!“
- Eislaufflächen überall in London verteilt
- und eben einfach London!
Also: es ist gut hier! Was man vielleicht auch daran merkt, wie selten ich hier zum schreiben komme, London beschäftigt seine Au Pairs prima. Nur gerade hatte mich wieder die Schreibwut gepackt, euch ein kleines Lebenszeichen zu hinterlassen, aber jetzt greift die Müdigkeit wieder unheimlich um sich und ich gönne mir einige Stunden Schlaf, um morgen das Restwochenende noch so richtig genießen zu können. Vielleicht wird’s ja endlich mal was mit dem Eislaufen.
Zum Schluss noch einen schönen Bogen zum Anfang spannen à la was mir so passiert: ein kurzer Rat an alle: Niemals, niemals, niemals mit neuen Schuhen zur Tür sprinten, um uuuultracool zu sein. Könnte in dem Sinne schief gehen, als dass man an der letzten Treppenstufe hängenbleibt,eine Eins A Bauchlandung hinlegt und die zwei Meter zur Tür so weiterschlittert. Gabriel fand’s lustig.
Und was ebenso wenig nicht unerwähnt bleiben sollte: It’s time for the perculator! Genau wie: Das ist der Hawaii Toast, Toast Hawaii schmeckt allen gut! Es lebe Youtube!

2 Kommentare:

laura hat gesagt…

impressioooooon! bldbaldbald! yieha!
wir werden an dich denkööön!

nadine hat gesagt…

tolles zwischenkommentar;)

gestern um die zeit war's schon halb 4:D

bis bald mal:)

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