Sonntag, 4. Oktober 2009

The story goes on.



Und schon wieder zwei Wochen gemeistert, zwei Wochen angefüllt bis zum äußersten mit neuen Erfahrungen, Bekanntschaften, Erfolgserlebnissen und Rückschlägen. London, die Stadt, von der ich so lange geträumt habe, zeigt sich mir seit meiner Ankunft als stetiges Auf und Ab der Gefühle, auf das Glücksgefühl nachmittags, eine mögliche neue Freundin gefunden zu haben folgt in den ruhigen Abendstunden wie ein Schlag das Heimweh. Das wird man hier wohl nicht so leicht los und das einzige, was dann noch hilft, ist Ablenkung. Und die ist in London zum Glück nicht schwer zu finden. Da wären Camden, Broadway und Portobello Market, Notting Hill, die Brick Lane, sehnsüchtiges Anstarren der Musicalpreisliste in den Box Offices am Leicester Square, die Tate Modern Gallery mit den hübschen Filminstallationen von Paul McCarthy, das Absuchen der Wände nach Banksy-Graffities, die Treffen im Café oder Pub um die Ecke, Konzerte. Eine wunderbare Sache, die Möglichkeit zu haben, seine Freizeit abseits vom Au-Pair-Job, dem Sprachkurs und dem verfluchten Babysitten, das mir durch zirka achtzig Prozent aller wunderbaren Konzerte mit fiesem Grinsen einen dicken, fetten Strich durch die Rechnung macht, so wunderbar nutzen zu können. Endlich Großstadt!
Und was gehört noch zur Großstadt? Richtig, der 24/7 öffentliche Nahverkehr. Theoretisch zumindest. Denn es ist ja wirklich jedes Wochenende aufs Neue ein Spaß, verschiedenste Stationen, Teilstrecken und ganze Underground Linien zu schließen. Kannste dann mal gucken, wie du dich hier so fortbewegst und am Ziel ankommst. Oder eben halt auch nicht. In der wohlig warmen Atmosphäre mit Temperaturen wie am Mittelpunkt der Erde. Aber gibt ja noch die Busse! Ja, die Busse, die nie dann fahren, wenn ich sie bräuchte und deren Haltestellen gerne mal an sieben Stationen in der Gegend verteilt sind. So wird es dann ganz normal, eine dreiviertel Stunde oder länger bis ins Zentrum unterwegs zu sein. Und die Nachtbusodyssee wird zum verzweifelten Kampf gegen das Verschlafen der Haltestelle. Ein dreifaches Hip Hip Hurra auf den TFL – Transport for London!
Und in den guten Momenten, da fühlt es sich ganz richtig an, was ich hier mache. Ich könnte dieses Jahr vermutlich nicht besser nutzen, als mich in dieser einzigartigen Stadt weiterzuentwickeln und mir darüber klar zu werden, was die Zukunft bringen soll. London ist einfach fantastisch!
Leider bietet mein Kopf der Müdigkeit gerade eine zu große Angriffsfläche, sodass ich mich schleunigst ins Bett bewegen sollte. Ich werde auch versuchen, mich weniger von Londons unerschöpflichen Möglichkeiten ablenken zu lassen und öfter von mir hören zu lasen. Zum Schluss noch Stoff für eure Kalender: vom achtzehnten Dezember bis fünften Januar werde ich ein bisschen Weihnachtsurlaub zu Hause verbringen, also an den Rotstift… fertig… los!

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