Und zwar ab morgen. Dann startet nämlich das International Students Orientation Programme, das uns Ausländern hier im beängstigenden fremden Land, weit, weit weg von zu Hause und allem, was bekannt ist, den Start ins neue Leben etwas erleichtern soll – und, wie sollte es auch anders sein, ich freue mich darauf.
Dann sehe ich endlich, mit was für potentiellen Freunden und Feinden ich zukünftig den Großteil meiner Zeit verbringen, zu welchen gottlosen Zeiten mein Wecker mich nach Nächten voller Fuchsgeschrei oder Assipartys vor meinem Fenster (!) aus dem Schlaf reißen und wie dann eben auch der endgültige Au Pair- und Hausarbeitsplan aussehen wird. Juhu (hoffentlich)!
Ansonsten war ich in den vergangenen Tagen mal wieder der intelligenteste Mensch der Welt und habe mein Portemonnaie verloren. Auf der Straße. Einfach so. Beim Kramen in der Tasche muss es wohl rausgefallen sein. Super Aktion, muss man sagen! War nämlich der Perso drin und somit (mal wieder) futsch. Schritt 1: Mit Tereza aus meinem Sprachkurs vom letzten Jahr die ganze Straße abklappern, in den Hecken und Büschen suchen und in jedem einzelnen blöden Laden nachfragen, ob es vielleicht doch eine ehrliche Seele abgegeben hat. Nö. Schritt 2: Richtig Panik kriegen. Die 20 Pfund waren mir ja ganz egal, aber der blöde Ausweis! Ich wollte ein Bankkonto eröffnen – geht nicht ohne Ausweis. Ich möchte mich an der Uni einschreiben – brauch ich den Ausweis zu. Ich würde gerne an den Kennenlernveranstaltungen während Fresher’s Fortnight teilnehmen – kommt man nirgends rein ohne Ausweis. Super, echt. Mal wieder den allerbesten Zeitpunkt gewählt. Schritt 3: Total zerknirscht nach Hause kommen und vom Gastvater bemitleidet werden. Er hat erstmal die Polizei angerufen, wo aber niemand ranging, da unterscheiden sich die englischen Behörden wohl doch nicht von den deutschen. Und obwohl mir das Geld wirklich komplett egal war, hat mir Simon einfach so 20 Pfund gegeben. Das fand ich sooooo nett von ihm! Aber weiter. Schritt 4: Wohl oder übel eine Nacht drüber schlafen. Schritt 5: Einen erneuten Versuch wagen und bei Tageslicht Hecken, Gebüsche, Innenhöfe und Geschäfte abklappern – leider ohne Erfolg. Danach dann eben zur Polizei und das Portemonnaie als vermisst melden. Ebenso die deutsche Botschaft benachrichtigen und einen Notfall-Termin für die Ausstellung eines neuen Passes beantragen. Einfach nur denken „Wieso ich? Wieso jetzt?“ und Engländer insgeheim so ein kleines bisschen hassen. Schritt 5: Die erlösende Email. Jemand hat mein Portemonnaie gefunden, ich kann anrufen, es dann abholen und es ist noch ALLES drin. Sogar die 20 Pfund. England und die Engländer sowie London und die Londoner wieder lieben. Es gibt sie also doch: die Ehrlichkeit in der Großstadt. Glückskind. Und ab jetzt wird noch besser aufgepasst :)
Mit der Gastfamilie läuft auch alles wie gehabt, die letzte Woche und die jetzige arbeite ich noch volles, wie gewohntes Au-Pair-Pensum und dann wird die Stundenanzahl zurückgeschrieben und ich „erarbeite“ mir nur noch Unterkunft und Verpflegung, aber werde nicht mehr extra bezahlt. Bei den horrenden Mieten und Lebenshaltungskosten in London ist das auch ne ziemlich faire Sache.
So ein weiteres Highlight ist die Eröffnung eines Bankkontos. Da braucht man nämlich einen sogenannten proof of residence, d.h. ein offozielles Dokument, welches bestätigt, dass ich wirklich hier wohne. Dazu zählen z.Bsp. Wasser- oder Gasabrechnungen, Fernseh- oder Telefonanmeldungen oder Steuerbescheide. Super, genau das spar ich mir hier doch. Jetzt kann ich nur auf die Kooperation der Sparda-Bank hoffen, die mir jetzt einen Kontoauszug an die englische Adresse schicken sollen. Bitte, bitte. So langsam hätte ich gern das Konto, damit ich auch eine verdammte Studentenfahrkarte beantragen kann. Den Verwaltungsaufwand bei dem ganzen Quatsch hier mag ich echt nicht. Da könnte ich auch sehr gut ohne.
Aber eine gute Nachricht gibt’s doch noch: Ich habe ein paar Au-Pair-Mädels gefunden, die schon mal relativ aus der Nähe kommen und für gewisse typische Au-Pair-Unternehmungen doch äußerst tauglich scheinen. Zum Beispiel ist jetzt schon das nächste Konzer geplant: LCD Soundsystem zusammen mit Hot Chip. Ja, los, Neid! Und nächste Woche geht’s auch schon zu den wundervollen MGMT-Jungs. Ich habe hohe Erwartungen, Amigos.
Und allgemein lässt sich die Stimmung gerade ziemlich gut mit AUFREGUNG beschreiben. Morgen geht’s los und dank Lauras Plan kann auch gar nichts mehr schiefgehen :) Also einfach mal „chillaxen“, haha.




1 Kommentar:
Hey Laura,
man das klingt ja alles superb!
Du wirst die Zeit genießen, das glaub ich gaaaanz fest. Auch wenn wir leider nicht mehr dabei sein können!
Aber ich komme dich sobald wie möglich mal besuchen!
Ich wünsch dir noch viel Erfolg meine Liebe!
Und feier schön.. yayyyyyy
THE BEST!!!!
Lieben Gruß from Germany
Helena
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