Es war ja schon ein unbeschreibliches Gefühl, alleine die Bestätigung für den Wunschstudiengang zu bekommen. Aber je mehr Informationen und Details darüber sich eigentlich ans Tageslicht durcharbeiten, desto besser wird es einfach. Es steigert sich täglich. Und ebenso die Vorfreude. Nach dem puren Glücksgefühl, es GESCHAFFT zu haben, besser zu sein als nicht gerade wenige andere und eben auch die wichtigen Menschen davon überzeugt zu haben (haha!), kam zugegebenermaßen ein mikroskopisch kleiner Zweifel auf, ob ich das denn auch so wunderbar schaffen werde, wie ich es mir vorstelle. Und ob das alles so hinhauen wird, wie ich es möchte. Und ob es auch tatsächlich klappt, oder ob ich am Ende des Sommers etwa ohne alles dastehe (weil sämtliche Alternativen nach der Zusage aus Porto-Ersparnis-Gründen nicht abgeschickt wurden). Aber das wird es! Und wie sollte es auch nicht... Mittlerweile habe ich mir auch das University College London (kurz: UCL; http://de.wikipedia.org/wiki/University_College_London), wo ich für die nächsten zwei Jahre an der Faculty of Laws studieren werde (juhu! Ich sag's einfach zu gern) schon zweimal angesehen. Einmal in totaler Eigenregie, mit der Karte und einer sogenannten 'self-guided tour map' ausgesattet hab ich mir die wichtigsten Bereiche angeschaut, durfte allerdings nicht in die juristische Fakultät wegen laufender Renovierungsarbeiten, und zum zweiten Mal dann gestern zum Open Day, als überall Informationsstände aufgebaut waren und tatsächlich auch die Faculty of Laws zugänglich war! Und da lief ich dann rum, zwischen Zahnspangenmädchen und Obercheckern mit Mami zur Seite, und hab mir den Ort angesehen, an dem sich wohl ab Oktober 2010 der Großteil meines geliebten Lebens und der überaus geschätzten Freizeit abspielen wird. Ich werde euch vermissen. Aber: es sieht schön aus! Teils modern, teils antik-elitär, teils... Uni halt. Mir hat's prima gefallen. Und das vermutlich Beste an diesem Tag war, dass ich auch den Kontakt zu derzeitigen Jurastudenten gesucht habe, d.h. mir Informationen aus erster Hand beschafft habe. Und auch wenn es mir bewusst ist, dass das UCL eben nur die begeisterten Studenten an den Job ranlässt, hat es mir trotzdem ein gutes gefühl gegeben - denen gefällt's, wieso nicht mir? Und nach dem Times Higher Education Supplement Ranking befindet sich das UCL weltweit auf dem vierten (hinter Harvard, Cambridge und Yale) und somit europaweit auf dem zweiten Platz. Gut, was? Alleine für Rechtswissenschaft bewerben sich jedes Jahr etwa 3000 Menschen auf 140 Plätze.
Und was mache ich da jetzt genau? Ich studiere deutsches und englisches Recht mit Doppelabschluss, d.h. nach zwei Jahren Studium in London und sich daran anschließenden zwei Jahren Studium in Köln habe ich einen Bachelor in sowohl deutschem als auch englischem Recht, Für das deutsche erste Staatsexamen würde ich dann noch etwa zwei bis drei Semester weiterstudieren müssen. Wohnen werde ich fürs erste weiterhin bei meiner Gastfamilie, mal sehen, wie das stunden- und verhältnismäßig funktioniert. Aber im Moment bin ich da zuversichtlich. So sieht's aus. Und ich kann's kaum erwarten. Dauergrinsen. Noch Fragen?
Wie gesagt, jetzt muss das Leben nochma ordentlich genossen werden, bevor der Ernst des Lebens so richtig reinhaut. Und wie macht man das am besten? Shoppppping, Fußi und schwedisches Midsommar im Hyde Park, ohja! Da hatten wir doch tatsächlich das beste Picknick aller Zeiten, mit wunderbarem schwedischem Essen à la Köttbullar, Eier mit Kaviar, selbstgebackenem Brot, Erdbeertorte, Kopparberg-Cider, Räucherlachs, Knäckebrot, Zimtschnecken und so weiter und so fort. Jag älskar Sverige! Dazu gabs noch schwedische Volks- und Trinklieder, zusammen mit sinnlosen Midsommer-Tänzen. Das Ganze gepaart mit dreißig Grad Celsius, dem schönsten Sommersonnenwetter sowie Livemusik von Jamiroquai und Stevie Wonder vom Festival neben an... - ein absoluter schwedischer Mittsommernachtstraum!
Und - nunja - was soll man sagen - wir hatten es doch vorher auch wahrlich nicht leicht als Exildeutsche in England, aber nach einem skandalösen und beschämenden 4:1 (oder '4:2', wie auch immer) hatten wir tatsächlich ein bisschen Angst, uns öffentlich im Deutschland-Trikot im Feindesgebiet zu unserer Herkunft zu bekennen - also wurde das Spiel in der Wohnung von Bekannten von Bekannten (hach, wie zu Hause!) angeschaut und die Feierei danach auf die polizeigesicherte Zone vorm deutschen Pub beschränkt. Damit sind wir wohl ganz gut gefahren. Die Kommenatre reichen von "Wir haben immerhin den 2. Weltkrieg gewonnen" zu "England hat Deutschland mal (2001) 5:1 geschlagen!" Ja, super. Und sonstwo musste wohl auch unsere Flagge als Brennmaterial herhalten - nunja! Das Samstagsspiel wird wieder im deutschen Pub angeschaut, es ist tatsächlich schwer, der Stimmung dort in irgendeiner Weise Konkurrenz zu machen. Der Enge leider auch nicht, Nicht zu vergessen der Bierduschen bei Toren. Und wieder: Vorfreude.
Zum Abschluss: Vorfreude, take 3: nur noch 16 Tage bis zum wundervollen Sommer zu Hause ♥
Zum Abschluss: Vorfreude, take 3: nur noch 16 Tage bis zum wundervollen Sommer zu Hause ♥




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