Montag, 7. Juni 2010

Fingers Crossed.




27.05.2010 – Ein  waschechter Business-Tag



04:00   „Do it, do it, do it, do it, do it, do it, do it now“ - Weckerrrrr
04:40   Das Inder-Taxi wartet!
05:08   Mit der Bummeleisenbahn geht’s von Clapham Junction Station zum Gatwick Airport. Stops: JEDE Halstestelle aufm Weg.
07:10   Nach Komplettdurchsuchung durch netten Herrn aus Wimbledon (Tatbestand: die lila Schere aus der Grundschule, die ich wegen Ungefährlichkeit tatsächlich noch behalten durfte. Wäre auch schade drum gewesen.) bringt das Flugzeug mich von London über den Ärmelkanal ins Ruhrgebiet.
09:30   Hello, Cologne!
12:00   Mit 40 Mitbewerbern gilt es, den schriftlichen Englischtest (zum Studiengang Deutsch-Englisches Recht in London und Köln) so gut wie möglich zu meistern, mit einem Hörverstehen zur Eurozonen-Krise, einer Übersetzung aus dem Englischen über David Cameron, einer Übersetzung ins Englische über die Stellung Chinas, sowie einem Aufsatz über eine 40%ige Frauenquote in norwegischen Betrieben. Schwerer als gedacht, oh là là.
14:30   Mittagessen am Dom mit Schnitzel, Kölsch und Tiramisu-Eis, ooooah ♥
15:00   Spaziergang durch Einkaufsstraße, Alstadt und am Rheinufer entlang
16:30   Der essentielle Brezel-Kauf: Proviant für den Rückflug.
18.40   Nach erneuter Komplettdurchsuchung und vollkommen unnötiger Kommentare über den nahezu leeren Koffer geht’s zur Passkontrolle, wo man mich ernsthaft fragt „Na, wo geht’s denn hin? Israel?“ (Bei Hinweisen auf Beweggründe.. bitte melden!).
19.30   Nach so einem stressigen Tag hat Easyjet mir freundlicherweise noch eine Stunde Verspätung zum entspannten Lesen am Gate gewährt, doch jetzt heißt es wieder: Bye Cologne, bye Germany!
20:00   Hello London. I’m back.
21:00   Zu Hause. Das war’s. Geschafft. Bett.

Seit dem 27. hieß es dann mehrmals täglich Emails überprüfen, ob die Damen und Herren Professoren denn schon von sich haben hören lassen... und… nachdem mir für den 07.06. die Veröffentlichung angekündigt wurde, hat mich die Nervosität innerlich quasi aufgefressen, kaum stillsitzen konnte ich, bis ich nach der Sprachschule ENDLICH die Email entdeckt habe, die mich Freitag zum Telefon-Interview einlädt. Perfect! 30 Bewerber hab ich schon geschlagen, jetzt muss ich im persönlichen Gespräch noch besser als mindestens 6 sein. Ob das zu schaffen ist? We’ll see. Drückt mir die Daumen oder Fingers Crossed!

Desweiteren. Weil London sich ja (wie allgemein bekannt) nie entscheiden kann, ob es denn es uns bei 30°C zu Tode schwitzen lässt oder uns bei 14°C in der darauffolgenden Woche halb schockfrosten will, muss für jeden Gutwetter-Plan ein Schlechtwetter-Ersatzplan parat gehalten werden. Deshalb hieß es beim letzten Mal: Abbey Road London Dungeon. Weil wir ja so insidercool sind, hatten wir natürlich 2für1 Gutscheine, und der Preis war dann weitaus angemessener als 22 Pfund. Erstmal exzessiv der Lieblingssucht der Engländer – dem Anstehen – frönen, dann im Großen und Ganzen das Gleiche wie in Hamburg erleben. Aber lustig war’s trotzdem und NICHTS, aber auch NICHTS in der Welt toppt den Fünf-Meter-Freefall-Tower und das Überraschungsbild. NICHTS. Ich muss schon wieder lachen. L E G E N D Ä R.
Wie es sich für waschechte Auswanderer auf Zeit gehört, müssen wir natürlich in der Fremde das Heimatland beim kulturellen Wettebewerb schlechthin unterstützen, und ihr wisst, wovon ich rede: Eurovision Song Contest! Mit Cider und Chips wurde die richtige Atmosphäre geschaffen, um diese teilweise Verbrechen an der Musikindustrie zu ertragen. Aber hey, es hat sich gelohnt: GERMANY 12 POINTS! Hoorray!
Den Tag darauf verbrachten wir traurigerweise beim durch und durch englischen Afternoon Tea Picknick zum Abschied von Kristy -  mit dem BESTEN vom BESTEN. Ernsthaft. Cupcakes, Scones, Brownies, Marshmallows, Erdbeeren, Tee, Wein – ein Traum. Ein Traum. Das muss wiederholt werden.

Letztes Wochenende konnten wir dann auch dank guten Wetters das Abbey-Road-Zebrastreifen-Photo-Erlebnis nachholen. Anmerkung: gar nicht so einfach, wenn jedes Mal 20 Leute drüber laufen müssen. Und: Geduldige Auto- und Busfahrer. Mannomann. Respekt!
Ebenfalls zum BEEN THERE DONE THAT Programm gehörte der Besuch des Touriclubs tigertiger im Londoner Westend... und… nunja… ich kann mich noch nicht entscheiden, ob ich die Erwartungen tatsächlich tief genug angesetzt hatte oder es trotzdem noch unglaublich schlecht fand. Wenigstens gemacht haben wir’s.

Es grüßt, eure Laura, die sich ganz furchtbar auf euch freut, egal, wie gern sie London mag. You are amazing ♥

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